SPANIEN NACH MASS bietet auf unterhaltsame Weise Informationen, die in anderen Reiseführer oder auch -Blogs über Spanien nicht oder sehr oberflächlich enthalten sind.

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Archive for the ‘Reisen in Spanien’


WILLKOMMEN IM BASKENLAND 0

Posted on Juni 22, 2010 by dorotea

Puente de Vizcaya

Puente de Vizcaya

Es waren einmal… ein Italiener, ein Neuseeländer und ein Spanier, die sich nach achtjähriger Trennung zusammenfanden, um drei Tage lang die Schönheiten und Eigenheiten von Vizcaya und Guipúzcoa -zwei der drei Provinzen des Baskenlandes-  zu entdecken. Wir begannen unsere Reise in Portugalete, eine Stadt Vizcayas, die zum Grossraum Bilbao gehört, und deren eindrucksvolle Brückenkonstruktion ‘Puente Vizcaya’ 2006 zum Kulturerbe der Menschheit erklärt wurde. Meine Begleiter bestaunten sie mit offenem Mund, beschatteten ihre Stirn mit der Hand, um die strahlende Sonne abzuhalten und fotografierten unablässig: die elegante Struktur dieses Wunderwerks des Engineering, das so sehr an den Eiffelturm erinnert, lässt niemanden unberührt.

In Bilbao besuchten wir natürlich das Guggenheim-Museum, ein Wahrzeichen des modernen Bilbao, dessen Architektur aus einem Science-Fiction-Film zu stammen scheint. Auch von den vielen anderen Besuchern, die mit uns das Gebäude betrachten, hörten wir nur positive Kommentare über dieses fantastische Bauwerk.

Schloss Butrón Foto: www.xenayteyla.com

Butrón-Burg Foto: www.xenayteyla.com

Dann liessen wir die Pflasterwelt hinter uns und tauchten tief in das grüne Vizcaya ein, bis hin zur Butrón-Burg, einer ganz besonderen Festung. Sie steht auf einer kleinen Erhöhung inmitten eines laubreichen Eichen-waldes. Die in ihrer Exotik unwirklich anmutende Fassade in gothischem und nördlichem Stil setzt sich aus unglaublichen Formen von Zinnen, Würfeln und Fenstern zusammen, die eine chaotisch gelungene Mischung ergeben: ein Märchenschloss, das an den bayrischen Traum Ludwigs II. erinnert.

Der nächste Halt war San Juan de Gaztelugatxe, ein Geschenk der Natur, das sich der Mensch zu eigen gemacht hat. Es ist ein Inselchen, zu dessen Gipfel eine Treppe führt, die von der Ferne an die chinesische Mauer erinnert. Ganz oben steht eine kleine Einsiedlerkapelle, von der aus man das schroffe Profil der Küste betrachtet, an deren stolzen  Felsen das Meer unaufhörlich brandet.

Gaztelugatxe Foto: Multisanti

Gaztelugatxe Foto: Multisanti

Nach Vizcaya besuchten wir San Sebastián, die Hauptstadt der Provinz Guipúzcoa, das kleine Paris Spaniens. Eine Stadt voll Bohéme und Leben, deren Bauten Kunstwerke sind und der die Natur  mit einem muschelförmigen Strand die Krone aufsetzt. Der  atemberaubende Ausblick vom Igueldo-Berg gilt als einer der fünf schönsten der Welt und gibt dem Betrachter das Gefühl, ein Vogel zu sein.

Nach diesem Höhenflug   kehrten wir  zu irdischen Genüssen zurück: Die Gastronomie des Baskenlandes ist eine Klasse für sich und in San Sebastián kocht in jeder Taverne ein Chef. Deswegen lädt hier, in der Hauptstadt der ‘tapa’, sogar ein schlichtes Tagesmenü in der Altstadt den Gast zum Träumen ein: vorzügliche Qualität der Zutaten, elegante Präsentation und geschmacklicher Hochgenuss. Meine Freunde versicherten mir, dass das Essen im Baskenland so köstlich sei, dass sie schon allein aus diesem Grund unbedingt wiederkommen wollen.

Freunde im Baskenland

Freunde im Baskenland - Foto: José Manuel Aparicio

Unsere gemeinsame Reise, kurz aber intensiv, war viel zu früh zu Ende. Als  Gastgeber in meiner Heimat bin auch ich immer wieder von ihrer Schönheit und Vielfalt überrascht. Gönnen Sie sich einen Abstecher ins Baskenland, Sie werden es nicht bereuen.

Dazu empfehlen wir Ihnen Hotels in Vizcaya und Guipúzcoa . Wenn Sie mehr von San Sebastián wissen wollen, lesen Sie bitte unseren Post über ‘San Sebastián und La Concha‘.

Text: José Manuel Aparicio

ZAMORA (3) - DER SANABRIA-SEE 2

Posted on April 25, 2010 by dorotea

Nebel in ZamoraAls wir am späten Vormittag aus Villalpando in Richtung Benavente losfahren, bremst ein dichter Nebel die Geschwindigkeit der Autos viel wirksamer als der farbige Schilderwald, der sich sonst darum bemüht. Langsam heben sich dann die weissen Schwaden aber doch und die Landschaft neben der vorzüglich ausgebauten Autostrasse gibt sich zu erkennen. Die sonst hier Kaninchen Zamora Hochnebeloder Mäuse jagenden Raubvögel - Falken, Bussarde, Milane, u.a. - haben ihr Tagwerk noch nicht beginnen können und warten gelassen auf den Lichtposten oder Meilensteinen, ob das Wetter nun wirklich besser wird. Solange das Auto nicht anhält und niemand aussteigt, halten sie es instinktiv für ungefährlich sitzen zu bleiben.


Pilger auf dem JakobswegNicht zum Sitzen kommen die Pilger des Jakobswegs, die auf dieser Route nach Santiago de Compostela wandern, und mancher würde gerne ein Stück mitfahren, aber unser Auto ist voll besetzt. Die Strasse zum ‘Lago de Sanabria‘ biegt dann wieder vom Pilgerpfad ab und führt hinauf zum einzigen Gletschersee Spaniens. Bei gutem Wetter ist er ein beliebtes Ausflugsziel und in der Saison oft so stark besucht, dass der Parkplatzmangel zum Weiterfahren zwingt und man sich mit den Ausblicken von der Strasse aus begnügen muss.

Sanabria-See Bäume

Diese Aussicht ist allerdings atemberaubend: in einer halben Stunde machen Sie den Sprung von der bügelbrettflachen kastilischen Hochebene in eine Bergwelt Lago de Sanabriamit dichtem Baumbestand. Am See angekommen hat man das Gefühl weit weg zu sein, in den Alpen oder einem anderen Gebirge.  Die Spiegelbilder im Wasser wetteifern mit dem Original: blauer, klarer, zarter… und bei unserem Besuch setzten die Herbstfarben noch besondere Akzente, auch wenn die Sonne schon bald wieder verblasste und wir uns auf die Rückfahrt machen mussten.

Sanabria am Nachmittag

In Sanabria und anderen Orten wie Benavente gibt es etliche Hotels, die Sie hier anklicken können.


Fotos : Sergio González Fulde

UNENDLICHES KANTABRIEN 0

Posted on April 14, 2010 by dorotea

Kantabrische GipfelDer Slogan, mit dem die kantabrische Regierung für die Region wirbt, könnte gar nicht treffender sein: “Unendliches Kantabrien”. Und es ist wirklich so. Eine vielseitige Region, so vielfältig, dass es schwerfällt, ein einziges ihrer Merkmale hervorzuheben, ohne die anderen ungerecht zu behandeln. Behagliche Gasthäuser, einzigartige Dörfer, in denen die Zeit still steht, spektakuläre Landschaften, grossartige Strände, vorgeschichtliche Höhlen (Altamira-Höhle), Kurbäder, Qualitätsgastronomie… Die Liste der Attraktionen ist unübersehbar… unendlich.

Grünes KantabrienHier verwandelt sich das Grau des Himmels in Kunst und berührt die Haut der Erde so zart wie die Liebkosung einer Mutter. Der Himmel regnet auf Kantabrien hernieder und kleidet es in Grün, mit frischen Aromas, Ruhe und Stille… Ich habe das Glück, oft zu Besuch zu sein, da Kantabrien und meine eigene Region, das Baskenland, direkte Nachbarn sind. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl durchströmt mich, wenn ich mit geschlossenen Augen dem langsam tröpfelnden Glockenläuten der kleinen Bergkirchen lausche, der kristallklaren Melodie der Bäche und Flüsse oder zu Füssen der Picos de Europa einen Eintopf geniesse… Kantabrien ist der richtige Ort, um Frieden zu finden. Glauben Sie mir.

In ihrer tiefverwurzelten Weisheit hat diese Region Santander als Hauptstadt Palacio de la Magdalena und Bucht von Santandergewählt für alle, deren Zuflucht in der Vitalität einer Stadt liegt, die Moderne mit geschichtlicher Architektur verbindet. Ein herrliches Beispiel ist der Königspalast - Palacio Real de la Magdalena -, Sommerresidenz von Alfons XIII. von 1913 bis 1930. Das Gebäude, gelegen auf der gleichnamigen Halbinsel, dominiert die eindrucksvolle Bucht von Santander, auch eine der Schönheiten dieser Region, die weiss, dass sie einzigartig ist und es geniesst. Kantabrien besuchen heisst, die Welt besuchen, denn alle Welten sind hier zu finden. Deshalb ist es unendlich.

Kommen Sie für ein paar Tage nach Kantabrien, Sie werden sicher nicht enttäuscht sein. Hotelangebote in Kantabrien und Santander finden Sie hier.

Text und Fotos: José Manuel Aparicio

ZAMORA (2) - IN ZAMORA ANGEKOMMEN 0

Posted on April 06, 2010 by dorotea

Zamora DueroAm besten man fährt in Richtung Kathedrale und lässt das Auto in einem der Parkhäuser in ihrer Nähe stehen. Das Tourismus-Informationsbüro liegt ziemlich weit oben und gleich daneben führt eine kleine Strasse zum Aussichtspunkt über den Duero. Es ist ein mächtiger, träger Fluss, der bald hinter Zamora Spanien verlässt und als Douro durch Portugal zum Atlantik weiterfliesst.

Eine schier endlose Fussgängerzone bringt uns dem Zentrum Zamoras Fassaden in Zamoranäher, das nach Art vieler Provinzhauptstädte manchmal sehr geschäftig ist und sich dann wieder der Lethargie seiner Denkmäler und altertümlichen Fassaden anpasst. Diese ehrwürdigen Bauten sind in jedem Reiseführer eingehend beschrieben; uns geht es darum, kuriose Geschäfte zu entdecken und zur Mittagszeit ein paar Tapas zu essen. Wenn Sie Spiesschen mögen, zart und auf Wunsch mehr (¡que pique!) oder weniger pikant (¡que no pique!), sind Sie an der Ecke “de los Lobos” richtig, ein unscheinbares Lokal, das den Besuch jedoch wert ist.

Laden in Zamora

Unterhaltung in ZamoraAm frühen Nachmittag (in Spanien 15h bis 17h) klappt Zamora die Bürgersteige hoch. Kaum ein Passant stört die Stille; nur zwei alte Herren in Gesellschaft eines schweigsamen Dritten haben sich verplaudert und eine kühle Novembersonne leuchtet durch die Platanen.Statue in Zamora

Geht die Sonne erstmal unter, dann wird es im Herbst und Winter in Zamora schnell kalt. Dagegen helfen nur ein paar Gläschen Rot- oder auch Weisswein. Probieren Sie die hiesigen Produkte aus Toro (Rotwein) oder Rueda (Weisswein). Es ist meistens ein trockener und herber Wein, in dessen Geschmack Trauben und Erde anklingen. Damit er gut bekommt, verlangen Sie “torreznos” dazu, das sind gebratene Speckstückchen, manchmal mit Schwarte, keine Diätkost, aber wer etwas Deftiges mag, der wird gerne zugreifen.

Zamora ist auf jeden Fall einen längeren kulturhistorischen Besuch wert; Ihr Reiseführer wird Sie mit Bildern und Texten davon überzeugen. Hotelangebote in Zamora finden Sie hier.                                      (wird fortgesetzt)

Platanen in Zamora

Fotos : Sergio González Fulde

DAS MAURISCHE GRANADA : EL ALBAYZÍN 1

Posted on März 31, 2010 by dorotea

Platz im AlbayzínEs gibt ein anderes Granada, durch das der Besucher achtlos schlendert, weil seine ganze Aufmerksamkeit auf das Renaissance-Bauwerk gerichtet ist, mit dem die Katholischen Könige die maurische Pracht zu Grabe trugen. Ja, es gibt noch ein anderes maurisches Granada, nicht nur die Alhambra oder die Gärten des Generalife. Ein alltägliches und doch geheimnisvolles “Garnata”, das sich nicht dem eiligen AlbayzínTouristen, wohl aber dem aufmerksamen Besucher erschliesst, der es wagt, sich in den  steilen, gewundenen Gassen des Albayzín zu verlieren.

Der Besuch sollte beginnen, wo die Touristenführungen enden: am Aussichtspunkt San Cristóbal. Von hier aus, knapp vor der Abenddämmerung, wenn die Gasse im AlbayzínBauten im letzten Sonnenlicht glühen und ihrem Namen “die Rote” alle Ehre machen, kann der Besucher anhand  der verschiedenen Umrandungen und Mauerringe verstehen, wie die Stadt gewachsen ist…

Im obersten Teil des Albayzín sieht man die Reste der Befestigung der Alcazaba Cadima aus dem 8. Jahrhundert, in deren neuralgischem Zentrum sich der heutige Platz San Nicolás befand. Jenes erste Ins Garnata wurde im 9. Jahrhundert anlässlich der bald beginnenden Kämpfe zwischen Mauren, Mozarabern und Muladíes zerstört.

Wasserbecken im AlbayzínIm 11. Jahrhundert wurde sie von der Ziri-Dynastie restauriert und erhielt den Namen Alcazaba Gigida. Ausserhalb der Mauern entstanden verschiedene Stadtteile, die nach Norden den Vorort Albayzín bildeten, dessen Zentrum der Platz Plaza Larga war. In den Häusern um diesen Platz herum und in seiner Umgebung wohnten Handwerker, nach ihren Gremien zusammengefasst. Diese konnten die beste Badeanlage der Stadt nutzen: die Strasse des Wassers (Calle del Agua).

Gebäude im AlbayzínDer Albayzín ist damit die erste Palaststadt. Die Residenz des Ziri-Herrschers befand sich im Palacio del Gallo, der bis vor einigen jahren unter der Bezeichnung Casa de la Lona erhalten blieb.

Hinter dem Albayzín erheben sich majestätisch die vielen Befestigungsringe der Alhambra, die von Al-Ahmar erbaut wurde. Während der letzten Nasriden-Dynastie erlebte El Albayzín seine Blüte und war dicht bevölkert, da die Bewohner der von den Christen zurückeroberten Städte hier Zuflucht suchten. So wurde El Albayzín zu einem zweiten Granada, dessen Überreste noch Gewölbe im Albayzínheute zu sehen sind: eine grosse Moschee (heutzutage die Salvador-Kirche), Gerichtshof, öffentliche Bäder wie El Bañuelo, der Palast Dar al Horra, der Hof des Hauses in der Gasse Callejón de San Luis, das Hospital oder Maristán und viele andere Gebäude. Jedes Haus, jedes Kloster bewahrt in seinem Interieur Spuren der damaligen Architektur.

Tor zum AlbayzínViele verschiedene Tore führen in den Albayzín: Elvira, Los Tableros, Monaita, Los Alfareros, Bibalbonud, Las Pesas… sie zu durchschreiten ist wie der Beginn eines Pilgergangs auf der Suche nach den Schatten ihrer einstigen Bewohner, die sich von ihren geliebten Plätzen und Gärten nicht trennen können.

Gasse im Albayzín

Lassen Sie sich vom Zauber des Albayzín begeistern und bleiben Sie ein paar Tage in Granada, das neben der Alhambra noch viele andere Schätze birgt. Hotelangebote in Granada finden Sie hier.

Text und Fotos : María Isabel Peral del Valle

SAN SEBASTIÁN UND LA CONCHA 0

Posted on März 24, 2010 by dorotea

San Sebastian und La ConchaIm 19. Jahrhundert wählte der spanische Königshof für seinen Sommeraufenthalt San Sebastián, die Provinzhauptstadt von Guipúzcoa im spanischen Baskenland. Donostia (so heisst San Sebastián auf Baskisch) riecht nach Boheme, nach dem Salz des Kantabrischen Meeres, nach dem Grün der Nordküste Spaniens. Manche vergleichen es mit Paris wegen der einzigartigen Schönheit seiner Gebäude und Strassen, die zum Meer hin ausgerichtet sind. Ein Besuch dieser Stadt ist für jeden Spanienreisenden ein Muss und das aus vielerlei Gründen… unter anderem der berühmten Tapas wegen, die oft als die besten Spaniens bezeichnet werden. Hier werden diese Imbisse in exotischen Geschmacksrichtungen gefällig präsentiert; ich selbst habe in ganz Spanien noch nie etwas Ähnliches entdeckt.

Aber mein Wunsch, immer wieder nach San Sebastián zurückzukehren, San Sebastián Strand La Conchaberuht auf der tief verwurzelten Beziehung zwischen Stadt und Meer. Wo diese beiden verschmelzen, ergibt sich ein wunderbares Zusammenspiel, ein Geschenk der Natur: der Strand La Concha. Naturkräfte haben hier den Sand modelliert, bis er zu einem der schönsten Stadtstrände der Welt wurde. Ein Halbmond, der den zufälligen Besucher überrascht und immer wieder beglückt, wer zu ihm zurückkehrt, um sich von seiner transparenten Brise wiegen zu lassen.

Aus eigener Erfahrung empfehle ich, auf den Igueldo-Berg zu steigen, dessen zauberhafter und unvergesslicher Ausblick jeden beeindruckt. Von der Anhöhe aus kann man sehen, wie die Bucht mit ihren Besuchern, den Liebespärchen, Dichtern, Touristen und Einheimischen flirtet… alle lassen sich von ihr verführen. Liebe auf den ersten Blick. Wenn Sie San Sebastián besuchen, werden Sie wiederkommen!

Leuchtturm auf dem Igueldo-Berg

Erst kürzlich hat The Times den Strand La Concha in der Liste der 20 schönsten Strände Europas erwähnt. Wollen Sie sich eine eigene Meinung bilden? Hotels in San Sebastián finden Sie hier.

Text: José Manuel Aparicio

Fotos 1+2 : www.wikipedia.org

Foto 3 : http://ketari.nirudia.com/522

SALAMANCA - UNTERHALTUNG UND LEBENDIGE GESCHICHTE 0

Posted on Februar 23, 2010 by dorotea

SalamancaBei jeder Fahrt durch Spanien sollte auf dem Reiseplan unbedingt Salamanca stehen, in dessen Ambiente Kunst, Wissen und Stierkampf pulsieren. Der Reichtum an Kunstwerken ist überwältigend: Kirchen, Paläste, Kathedralen in verschiedenen Stilrichtungen schmücken die Strassen; das Herz Salamancas jedoch schlägt auf dem Hauptplatz, der ‘Plaza Mayor’. Im Barockstil von Alberto und Nicolás Churriguera entworfen und erbaut, ist dieser Platz Treffpunkt gleichermassen für Touristen, Studenten und andere Einwohner Salamancas. Für die achtundachtzig Arkaden mit Medaillons, auf denen Persönlichkeiten aus der Geschichte Spaniens zu sehen sind, wurde  goldfarbener Villamayor-Stein aus den nahegelegenen Steinbrüchen dieses Ortes verwendet.

Fassade der Universität in SalamancaDie Universität von Salamanca ist eine der vier ältesten der Welt und ihre Gebäude - ein Wahrzeichen der Stadt - stehen am Ufer des Tormes.  Mit ihrem Bau im Plateresk-Stil wurde im Jahre 1415 auf Anordnung des  Papa Luna begonnen. Am Portal ist das Medaillon der Katholischen Könige und die berühmte Kröte zu sehen, darunter ein Totenschädel als Symbol erfolgreicher Studien. Auch das Wappen von Carlos I. von Spanien/Karl V. von Deutschland ist zu erkennen. Im Inneren der Bibliothek werden unzählige Manuskripte und Bücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert aufbewahrt.

Kuppel der Neuen Kathedrale von SalamancaDie beiden Kathedralen der Stadt bilden einen gewaltigen Gebäudekomplex:: die ‘Alte Kathedrale’ (Catedral Vieja) ist ein  Juwel der romanischen Baukunst. Von ihrem schön gelegenen ‘Kleinen Hof’ (Patio Chico) aus hat der Besucher einen wunderbaren Ausblick auf den ‘Hahnenturm’ (Torre del Gallo). Der Grundriss der ‘Neuen Kathedrale’ (Catedral Nueva) hat drei Kirchenschiffe und zwei Kapellen. Die Bauarbeiten begannen im 16. Jahrhundert und wurden im 18. Jahrhundert beendet, wobei die Alte Kathedrale erhalten blieb. Ihr Stil mischt Gotik und Barock. Die Hauptfassade ist mit Reliefs und religiösen Statuen verziert.

Casa de las Conchas in SalamancaDie Hausfront der “Casa de las Conchas” ist mit über dreihundert steinernen Muscheln geschmückt, die auf den Jakobsweg verweisen;  im ‘Haus der Lilie’ (Casa Lis) ist das Archiv der Guardia Civil untergebracht. Die ‘Päpstliche Universität‘ (Universidad Pontificia) mit ihrem Klerus, der Anaya-Palast und das Gasthaus der Fakultät für Filosofie und Geisteswissenschaften, in der Schriftsteller wie Carmen Martín Gaite studierten… die lange Liste unserer Empfehlungen schliesst auch Kirchen wie das Kloster San Esteban mit seiner Plateresk-Fassade, das Renaissance-Kloster der Dueñas, die Schule von Calatrava und die San Pablo-Kirche ein.

Wappen von SalamancaStierzucht und Stierkampf waren immer von grosser Bedeutung für Salamanca und sind es auch heute noch. Hier wurden berühmte Stierkämpfer geboren und  in der Nähe der Arena haben zwei von ihnen nach ihrem Tod Denkmäler erhalten: Julio Robles und El Viti. Sogar im Wappen der Stadt ist auf der Römischen Brücke ein Stier zu sehen, der sich allerdings auf eine Szene des  Buches  ‘Lazarillo de Tormes‘ bezieht, ein anonymer Schelmenroman aus dem Mittelalter.

Insgesamt stellt sich Salamanca dem Besucher als uralte Universitätsstadt vor. Aber auch für leibliche Genüsse ist gesorgt, denn die lokale Küche ist zu Recht berühmt: Spanferkel, ‘Hornazo’ (eine Pastete mit Füllung aus Paprikawurst, Schinken und Ei), der feine Serrano-Schinken aus Guijuelo oder Käse aus Hinojosa… Lokale, Traditionen und ihre Bürger machen Salamanca auch in dieser Hinsicht zu einer ganz besonderen Stadt.

Salamanca bei Nacht

Auf der kastilischen Hochebene gelegen hat Salmancaca eine vorzügliche Verkehrsanbindung und besitzt eine vielseitige Hotelinfrastruktur. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie ein Hotel in Salamanca suchen: die Auswahl ist gross und der Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Text und Fotos: Rubén Gozalo Ledesma

ZAMORA (1) - AUF DEM WEG NACH ZAMORA 0

Posted on Februar 10, 2010 by dorotea

Zamiora- WäldchenViele Wege führen nach Zamora… wir fuhren über die A6 von Madrid nach A Coruña und sind erst bei Villalpando abgebogen. Die gut ausgebaute Autostrasse verläuft fast schnurgerade durch das Flachland; über ihr spannte sich an diesem Novembertag ein dramatischer Wolkenhimmel. Ver- einzelt tauchen Pinienwäldchen auf oder Gruppen von Nussbäumen, die wie verlorene Schafe beieinander stehen und sich vom Wind eine Einheitsfrisur verpassen lassen.

Die richtigen Schafherden, die hier nach alter Art über Land ziehen, werden von Hirten begleitet, die ihre Utensilien auf den Rücken eines Maultieres geladen haben. Auch sie sind nur von Ebenen und dem tief herunterreichenden Himmel eingerahmt.

Zamora Dorf an der StrasseDie Dörfer, die dieser Strasse ihre wenigen Kurven aufzwingen, sind  rostrot, beige, braun, sienna und ockerfarben. Grösstenteils haben Backsteinfassaden den alther-gebrachten ‘Adobe’-Ziegel ersetzt: ein aus Lehm und Stroh geformtes und an der Sonne getrocknetes Bauelement. Viele der damit erbauten Häuser sind verlassen und ihre Dächer nach innen gesackt. Verzogene Holztüren, winzige Fenster mit hängenden Läden und lange Grasbüschel auf den eingefallenen Giebeln zeigen, welche Familien das Dorf schon vor langem verliessen. Andere ‘Dorfflüchtlinge’ kommen im Sommer zum Jahresfest und schicken Geld, damit das Vaterhaus hergerichtet werden kann.

Zamora altes HausAn den Dorfstrassen sieht man hauptsächlich alte Frauen in dunkler Kleidung, denn immer muss für einen Verwandten Trauer getragen werden, und betagte Männer, die zur Bar gehen oder sich vor einer Hauswand zusammensetzen. Ein paar junge Leute in Arbeitskleidung schaffen in den Ställen und auf den Feldern oder fahren Waren aus. Die Kinder werden morgens vom Schulbus in die Kreisstadt geholt und sind erst nachmittags wieder da.

Schliesslich kommt Zamora näher, eine Stadt, von der es auf Spanisch heisst, dass ihre Entstehung nicht nur eine Stunde in Anspruch genommen hat: “Zamora no se hizo en una hora”. Ehrwürdige Bauten, die Kathedrale, Kirchen, Patrizierhäuser usw. zeugen davon. zamora-duero

Hotels aller Kategorien in Zamora finden Sie hier. Machen Sie auf Ihrer Reise in Zamora am Duero Halt,  um Spanien ‘pur’ kennen zu lernen. Nach Portugal sind es übrigens weniger als 50 km.

(wird fortgesetzt)

Fotos: Sergio González Fulde

UNBEKANNTES SPANIEN (2): EIN BUMMEL DURCH PORTUGALETE 0

Posted on Februar 01, 2010 by dorotea

Santa María in PortugaleteIch liebe die Altstadt von Portugalete. Wie schon so oft begann ich neulich meinen Morgenspaziergang oben bei der Basilika Santa María mit ihrem schlanken gotischen Mittelschiff,  Seitenkapellen und Glockenturm. Von ihrer Anhöhe aus überragt sie den Stadtkern und beherrscht die Mündung des Nervión, dessen Ufer die berühmte, ein bisschen nach Eiffelturm aussehende Hängebrücke ‘Puente de Vizcaya‘ verbindet.

Es regnete leicht und bevor ich zum Rathaus hinunterging, wartete ich einen Moment auf den Glockenschlag, der stets metallisch klingt, rhythmisch und doch Museum und Statue des Lope García de Salazarauch verschlafen. Etwas weiter unten, zu Füssen der Kirche, steht  das Herrschaftshaus des Lope García de Salazar, einst der Probst von Portugalete, dessen Turm in ein Museum umgewandelt wurde. Man hat die Steinmauern ausgebessert; trotzdem scheint das Haus mir immer uralt zu sein. Trutzig stemmt es sich uns entgegen, eine Ruine der stillen, toten Zeit, Überrest der Kriege, die im späten Mittelalter Bizcaya verwüsteten. Davor hält auf ihrem Sockel die elegante Statue des Chronisten und mutigen Streiters für  seinen Klan Wache: ein Bein leicht nach vorn gesetzt, umklammert er mit der Linken das Heft des Kurzschwertes; die Rechte zeigt ein offenes Buch; das Wappen sitzt auf seiner Hüfte. Die Kirche, der Turm und der erste Historiker Bizcayas bilden ein unzertrennliches Dreigespann aus der Stadtgeschichte. Dies ist mein Lieblingsplatz, und ich schaue immer zurück, als ob ich diesen Anblick nie wiedersehen würde.

Die Strasse Santa María führt von hier zum Rathausplatz. Ich ging vorsichtig weiter, bespritzte meine Schuhe in den Pfützen des Kopfsteinpflasters und stellte mich schliesslich bei den Rathausarkaden unter, um ein Nachlassen des Regens abzuwarten. Die Farbe der klassizistischen Fassade ist jetzt ein mildes Orange wie von Herbstblättern. Bis vor kurzem war sie in grellem Blau gestrichen, ein zugegebenermassen gewagter Farbton, der die Kritiken vieler Bürger und den Spott von Anwohnern des anderen Ufers hervorrief. Das dort gelegene Las Arenas in Getxo ist heutzutage ein gutbürgerlicher Stadtteil, war jedoch früher von der Verwaltung durch das damals mächtigere Portugalete abhängig.

Musikpavillion und Rathaus (in Blau)Ein paar Minuten später  hörte der Regen auf und hinter den Wolken tasteten sich schwächliche Sonnen-strahlen hervor. Ich überquerte den Platz, in dessen Mitte ein alter Musikpavillion steht, und beobachtete einen schmutzigroten, leicht ange- rosteten Frachter unter der Flagge von Panama, der die Flussmündung herauffuhr. Sein Bug durchschnitt das Wasser mit kühlem Brausen, das der Dampfer mit einem langgezogenen Hupen zu übertönen versuchte. Ein Schwall salziger Meeresluft, gewürzt mit Möwenschreien, erreichte mich und ich atmete tief ein und schloss die Augen, um den flüchtigen Eindruck zu geniessen.

Hängebrücke Vizcaya zwischen Portugalete und Getxo (Las Arenas)

Aber schon knatterten Autoreifen über den feuchten Asphalt auf mich zu: mein Freund Arturo kam, um mich abzuholen. Sobald ich im Wagen sass, verschwand der Zauber meiner Stadt, der mich eben noch umfangen hatte, im steinigen Geklapper des alten Dieselmotors.

“Bis zum nächsten Mal, Portugalete!”

Hafen und Kirche Santa María in Portugalete

Hat Ihnen dieser Bummel durch Portugalete gefallen? Das Städtchen ist Teil des Grossraums von Bilbao und Sie erreichen es  mit dem Bus oder Nahverkehrszug  in etwa 15 Minuten . In Bilbao gibt es viele verschiedene Hotels, aber wenn Sie ein Hotel direkt in Portugalete vorziehen, dann klicken Sie bitte hier: das Gran Hotel Puente Colgante wird Sie nicht enttäuschen. Auch in Santurce (neben Portugalete) gibt es ein sehr empfehlenswertes Hotel mit dem schönen Namen ‘Palacio de Oriol‘.

Text:  José Manuel Aparicio

Fotos: www.soydeportugalete.com

UNBEKANNTES SPANIEN (1): FRIEDVOLLES BABIA 0

Posted on Januar 22, 2010 by dorotea

Ein Reisender, ob er nun kurze oder lange Strecken zurücklegt, träumt  davon, sich in die Landschaften, die er betrachtet, einzufügen, ihre Strassen und Wege als Teil seiner Vergangenheit und Gegenwart wiederzuerkennen, denn indem wir uns einen eben erst entdeckten Pfad zu eigen machen, nähern wir uns den Erfahrungen von anderen, die ihre Spuren in dieser Natur hinterliessen.

Der Friede, den vor Jahrhunderten schon die Könige von León in der Region Babia im Nbarraida1-www-babia-netordwesten der Provinz suchten, ist in jenen Dörfern heute noch zu spüren. Diese herbe, strenge Gegend mit starken klimatologischen Kontrasten, die den Charakter und die Lebensweise ihrer Bewohner prägen, bietet sich dem aufnahmebereiten Besucher als faszinierende Landschaft dar, deren Zauber in beschaulichen und ruhigen Orten zu finden ist.

Am Flusslauf des Luna entlang, dessen eiskaltes Wasser von hohen Berggipfeln her gespeist wird, stehen solide, funktionelle Häuser aus Stein und Schiefer, deren dicke Mauern ihnen schlichte Aussenlinien verleihen. Wenn man die Schwelle überquert, befindet man sich in grosszügigen und komfortablen Räumen, ein Ausdruck des häuslichen und familiären Charakters der Einheimischen, die jedem Gast nur allzugerne Tisch und Teller anbieten.

Schafhirte in LeónDie ausgedehnten Weiden in der Umgebung der Ortschaften sind die Welt der Hirten und Wanderhirten, deren Aktivitäten noch immer das wirtschaftliche Rückrat der Gegend darstellen; ergänzt werden sie durch kleine Gärten und Anbauflächen, die den Eigenbedarf der Familien decken.

Eine weitere Besonderheit der Gegend ist ihre schlichte Vegetation und schroffe Berge mit nackten Gipfeln und zahllosen Fossilien aus der Zeit, in der diese Landschaft vom Urmeer bedeckt war.

dsc00887-www-babia-net1Aus diesen Gründen und auch der Eindrücke wegen, die jeder Reisende bei einem Besuch der Region für sich entdecken und erspüren kann, wurde Babia zum Schutzgebiet der Biosphäre erklärt. Wer es kennt und liebt, empfiehlt Babia als das ideale Umfeld, um zu sich zu finden und eine schon verloren geglaubte Besinn-lichkeit neu zu erleben.

Wenn Ihnen nach einigen Tagen des ‘Friedens von Babia ‘ zu Mute ist, dann klicken Sie bitte hier, um Hotelangebote in der Provinz León zu erhalten.  Die Spanier haben diesen entlegenen Landstrich übrigens in die Umgangssprache aufgenommen: wenn jemand gedankenverloren ins Leere blickt, dann fragt man ihn, ob er sich gerade in Babia befinde.

Wie wäre es also mit einer Auszeit im Stil der alten Könige von León?

babia-www-babia-net

Text: Alicia González

Fotos: www.babia.net




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