SPANIEN NACH MASS bietet auf unterhaltsame Weise Informationen, die in anderen Reiseführer oder auch -Blogs über Spanien nicht oder sehr oberflächlich enthalten sind.

Spaniennachmass.de


Archive for the ‘Reisen in Spanien’


MÉRIDA (2) …ABER AUF JEDEN FALL DAS RÖMISCHE THEATER 1

Posted on Januar 11, 2010 by dorotea

Theater MéridaDas wunderschöne Römische Theater von Mérida ist in jedem Sommer Kulisse für ein Theaterfestival, aber auch Konzerte und andere Veranstaltungen finden hier statt.

Wir haben es im November besucht und waren (fast) allein mit den ehrwürdigen Steinen, den perfekt restaurierten Säulen, der BronzestatZeitsteinue einer spanischen Schauspielerin, dem in der Vormittagssonne glühenden Weinlaub Theater  MéridaWeinlaub, glänzenden und matten Steinplatten insgesamt ein vergangener Pracht geweihter Ort, auf den zwischen den Säulen und hinter den Gärten ganz einfache Wohnhäuser des heutigen Mérida hinunterblicken.

Ausgrabung MéridaWir hatten wenig Zeit für den Morgenbummel durch Mérida eingeplant, gerade mal zwei Stunden. Machen Sie diesen Fehler nicht, sondern wandeln Sie mit Muse durch die Stadt, in der die Vergangenheit überall gegenwärtig ist: Ausgrabungen auf privaten Grundstücken, nur durch einen Bauzaun vom Alltagsleben getrennt, Denkmäler und Mauerreste und natürlich das eindrucksvolle Gelände des Römischen Theaters und Amphitheaters, vor dessen Kulisse die Zeit auch Ihnen wohl belanglos vorkommen wird.

Das Museum für Fundstücke der Römerzeit war leider geschlossen (montags); alle anderen Denkmäler Méridas können auch am Montag besucht werden. Eine kleine Touristenbahn fährt durch die Stadt und Informationen aller Art erhalten Sie von den freundlichen Damen des Fremdenverkehrsbüros am Gelände des Römischen Theaters.

Hotels in Mérida - ausser dem im ersten Teil erwähnten, empfehlenswerten Nova Roma - gibt es eine ganze Reihe. Bitte klicken Sie hier, um zur Hotelliste zu gelangen.

MÉRIDA (1) …NICHT NUR DAS RÖMISCHE THEATER 1

Posted on November 26, 2009 by dorotea

Am Rand von SevillaWir waren viel zu lange in Sevilla geblieben. Etwa 100 km vor Mérida wurde der bislang aufregend wolkige, aber blaue Himmel stufenweise dunkler. Die Sterne leuchteten unbeeinträchtigt von Lichtverschmutzung und Regimenter krummer Korkeichen und buschiger Olivenbäume zeichneten Schattenrisse auf die Hügel an der Strasse.

Es darf getrommelt werden... Goya-Markt in Mérida

Entgegen unserer Befürchtungen war die Ein- und Durchfahrt von Mérida absolut harmlos: gut beschildert und wenig befahren: “Reisender, kommst du nach Mérida, dann versuche, die Stadt am Sonntagabend zu erreichen!”

Ein Bummel durch die recht belebten Strassen zeigte auch im Dunklen alte Mauerreste, spanische Kleinstadthäuser, Brunnen und einen Platz mit Terrassenlokalen, die gerade erst leerer wurden: Mitte November um 20 Uhr ein erwähnenswerter Luxus bei angenehmen 18ºC.

Französische Soldaten auf dem Goya-Markt

Obendrein hielt Mérida gerade einen gut besuchten “Mercado Goyesco” ab. Auf dem ausgedehnten Markt im Zeichen der Zeit des Malers Goya boten passend gekleidete Verkäufer Schönes und Seltsames an: Kerzen, Seifen, Keramik, Teppiche und Schmuck, aber auch Hartwurst im Aschenmantel, Rehschinken, baskischen Kuchen und Lammkeulen auf einem gigantischen Grill.

Mit Trommel und Flöte zog eine Gruppe von Musikanten vorbei; eine Patrouille Schnurbinder auf dem Goya-Markt in Méridafranzösischer Soldaten mit kräftig bemalten Gesichtern wollten uns barsch befragen; ein müder Schnurbinder liess sich gutmütig fotografieren…

Das Abendessen im Restaurante ‘Vía Flavia´ bestand aus Tapas: die Tosta de Solomillo de Cebón (Schweinelende mit Paprikaschoten auf getoastetem Landbrot) ist absolut zu empfehlen, ebenso wie die mit Morcilla de Burgos (Blutwurst mit Reis).


Ein Hotel in Mérida hatten wir uns natürlich schon ausgesucht. Wenn Sie hier klicken, finden Sie mehrere Angebote. Wir waren mit dem Hotel Nova Roma ganz in der Nähe des eindrucksvollen Ausgrabungsgeländes des Römischen Theaters und Amphitheaters sehr zufrieden: freundlicher Service und sehr ruhige Zimmer; eine geräumige Garage hat das Etablissement auch zu bieten.

(wird fortgesetzt)

Fotos: Sergio González Fulde

WUSSTEN SIE, DASS… DIE BALEAREN UND IHR MEER (3) 0

Posted on November 13, 2009 by dorotea

… bis Mitte des 20. Jahrhunderts viele Inselbewohner noch nie am Strand gewesen waren? Marcelo Baruch Pertinyal : Steilküste für MillionäreUnd das auf einem Archipel, auf dem der nächste Strand nie weiter als 40 km entfernt ist! Auf den Balearen galt die Küste aufgrund von geschichtlichen und kulturellen Traditionen jahrhundertelang als Gefahren- zone, die dem Angriff durch Piraten und Muslims ausge- setzt war. Deshalb hatte sich die Bevölkerung daran gewöhnt, im Inneren der Inseln zu leben. Bei der Verteilung von Erbschaften erhielten die ältesten Söhne stets die Ländereien im Binnenland, da diese als wertvoll betrachtet wurden. Die jüngsten Söhne mussten sich mit dem ‘wertlosen’ Küstenstreifen begnügen, auf dem auch nichts angebaut werden konnte. Paradoxerweise ist seit einigen Jahrzehnten der Wert dieser Ländereien in astronomische Höhen gestiegen.

… die Balearen in ihren Wassern wahre Taucherparadiese beherbergen?

Marcelo Baruch Perpinyal : Warmes, kristallklares Meer vor IbizaZonen wie Sa María de Lluchmajor, der Archipel Cabrera, die kleine unbewohnte Insel Tagomago oder die Küste von Ibiza bieten den Freunden des Tauchsports unver-gleichliche Unterwasserland-schaften, bevölkert von Zackenbarschen, Barrakudas, Mondfischen, Korallriffen, Seegraswiesen… An einigen Stellen besteht eine Sichtweite von mehr als 40 m.


… der Balearen-Archipel eine Gesamtküstenlänge von 1.238 km hat?

Marelo Baruch Perpinyal : Steilküste auf Mallorca

Davon entsprechen Mallorca 554 km; Menorca, 216 km; Ibiza, 170 km und Formentera, 60 km. In Spanien hat nur die Autonomieregion der Kanarischen Inseln mehr Küste zu bieten.

(wird fortgesetzt)

Text: Ramón Alcaraz García

Fotos: Marcelo Baruch Perpinyal

WUSSTEN SIE, DASS… (2) DIE BALEAREN 0

Posted on Oktober 18, 2009 by dorotea
Marcelo Baruch Perpinyal : Anflug auf MallorcaNachdem Kartagher, Phönizier, Iberer, Kelten, Gallier, Römer, Vandalen, Schwaben, Byzantiner, Muslime, Wikinger, Almohaden, Almoraviden, Normannen, Lombarden, Türken, Berber, Algerier, Piraten, Pisaner, Sizilianer, Genoveser, Florentiner, Venezianer, Katalanen, Aragonier, Navarresen, Italiener, Briten, Holländer, Franzosen, Griechen und Nordamerikaner die Balearen besetzt, besiedelt oder beeinflusst hatten, begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine friedliche Invasion durch Touristen aus aller Welt.

Dazu sollten Sie wissen, dass…

…  der deutsche Maler Hans Hartung der erste Ausländer war, von dem bekannt ist, dass er seinen Wohnsitz auf der Insel Menorca aufschlug.
Er baute sein kleines Haus im Jahre 1933 an der damals unbewohnten Bucht Cala Marcelo Baruch Perpinyal : Einsame Bucht auf MallorcaTirant. Die Einheimischen konnten nicht verstehen, weshalb sich jemand an einem so verlassenen Ort ansiedeln wollte und beschuldigten ihn, ein Spion zu sein. Das Tourismusministerium nahm ihn dem Kriegsministerium gegenüber in Schutz, damit er nicht der Spionage angeklagt wurde, denn Hartung war im Wortlaut des betreffenden Schreibens: “…der einzige Ausländer, den wir zur Niederlassung auf der Insel bewegen konnten”.
Seither hat sich einiges geändert! Wenn auch Sie Menorca entdecken wollen,  klicken Sie bitte hier.

Wenn Sie Frühaufsteher sind, dann interessiert es Sie sicher, dass…

in Spanien die Sonne zuerst in Es Castell auf Menorca aufgeht.
Marcelo Baruch Perpinyal : Sonnenwand Der Ort ist die östlichste Gemeinde des Landes und sein Ostzipfel wiederum ist Kap S’Esperó am Ende von La Mola auf einer geographischen Länge von 8 Grad, 0 Minuten, 52 Sekunden (39º, 52′, 34” geographische Breite). Die Balearen befinden sich auf dem gleichen Breitengrad wie Ankara (Türkei), Pyongyang (Nordkorea), Sacramento, Denver, Kansas und Philadelphia (USA) und das Azoren-Archipell, sowie auf dem gleichen Längengrad wie Paris, Algier oder Niamey (Niger).

Wussten Sie ausserdem, dass …

…es auf den Balearen immer schon nur einen einzigen Fluss gegeben hat?
www.santaeulariadesriu.comEigenartigerweise ist er nicht in den hohen Bergen zu finden, sondern auf Ibiza, wo er der Ortschaft Santa Eulária des Riu (Santa Eulalia del Río), also ‘am Fluss’, zu ihrem Namen verholfen hat. Wenn man die Strasse von Cala Llonga benutzt, kommt man am Eingang des Ortes zu diesem Fluss. Sein elf Kilometer langer Lauf bewässerte früher die fruchtbarsten Anbaugebiete von Ibiza, ist jedoch heutzutage an vielen Stellen ausgetrocknet. Seine grösste Bedeutung bestand darin, dass er die Räder der Getreidemühlen antrieb, die die Gegend zu einem wirtschaftlichen und geschäftlichen Schwerpunkt machten.

Marcelo Baruch Perpinyal : Formentor auf Mallorca
… die Küstenlinie der Tramuntana-Berge Costa Brava hiess, lange bevor dieser Name durch die katalonische Küste populär gemacht wurde?
Die Sierra der Tramuntana ist sehr  eindrucksvoll, weil ihre schroffen Gipfel mit Höhen von über 1.400 m weniger als 5 km von der Küste entfernt sind. Dies hat zu den grossartigen Naturszenarios von Formentor, Torrent de Pareis oder Calobra geführt, deren fast senkrechte Klippen 300 m hoch sind.
Dichter sehen in diesen abgehackten Steilküsten und aus dem Meer ragenden Bergspitzen allerdings die Spuren des Falls mythologischer Riesen nach ihrer Niederlage.

… die Namen der balearischen Winde aus dem Italienischen kommen?
Der Tramuntana bläst kalt und heftig von Norden; der Gregal kommt aus Marcelo Baruch Perpinyal : Sadebaum auf FormenteraGriechenland, südlich und westlich von Athen; Llevant, aus dem Osten; Xaloc (Siroco; sein Name verweist auf Syrien) weht bei rötlichem Himmel und Hitze aus dem Südosten; Migjorn, von Süd; Ponent, von West;  Mistral (er heisst auch Maestro und kommt aus der Gegend von Rom) bläst von Nordwest; der Llebeig kommt aus Libyen. Der Ursprung aller dieser Winde befindet sich im Ionischen Meer, dort wo der Breitengrand 36ºN den Meridian 20ºO kreuzt.

Bei so vielen Winden aus allen Himmelsrichtungen ist es kein Wunder, dass man auf den Balearen behauptet, hier wäre das erste Wohnhaus entstanden:
Es heisst, dass Adam eine Wand errichtet hatte, um sich vor dem Nordwind zu Marcelo Baruch Perpinyal : Tanz auf dem Dach (Mallorca)schützen. Am nächsten Tag blies der Wind von Süden und so musste er  eine neue Mauer bauen. Am Nachmittag kam der Llevant auf, der von Osten her wehte, und Adam konstruierte eine weitere Wand, um ihn abzuhalten. Als ihm schliesslich der Ponent aus Westen um die Nase pfiff, baute er eine vierte Mauer und fühle sich vor den Umbillen des Wetters geschützt, bis Regen drohte. Da setzte er seinem Bau ein Dach auf und hatte damit das erste Haus erbaut.
(wird fortgesetzt)
Text : Ramón Alcaraz García

Fotos : Marcelo Baruch Perpinyal (6); www.santaeulariadesriu.com (1)

WUSSTEN SIE, DASS… (1) : DIE BALEAREN 1

Posted on September 28, 2009 by dorotea

PortocristoEin so vielbesuchtes Urlaubsziel wie die Balearen scheint kaum noch Geheimnisse zu verbergen: sogar die kleinsten Orte sind in Reiseführern beschrieben und die verstecktesten Buchten wurden fotografiert. Trotzdem gibt es unbekannte Details und Kuriositäten, von denen wir hier einige zusammengestellt haben und Sie fragen möchten:

Wussten Sie, dass…

Bucht auf Menoca

…Joan Riudavets Moll aus Menorca 2003 den Guinness-Rekord aufstellte, der älteste Mann der Welt zu sein? Er starb 2004 mit 114 Jahren, ohne dass der Rekord seither übertroffen wurde.


… der Naturforscher Carl von Linné (1707-1778), der als Vater der Klassifikation der lebenden Organismen gilt, ein grosser Bewunderer der Pflanzenwelt der Balearen war? Linné beschrieb etliche Arten der Inselwelt und vor allem der Tramuntana-Berge. In einem Brief an einen Kollegen bemerkte er: “…Lieber Gott, diese glücklichen Inselbewohner haben auf ihrem Brachland die Pflanzen, die unsere Gärten, sogar die der Universitäten, schmücken…!


Valdemossa

… nicht nur in der Gegenwart - vergessen Sie nicht, dass die spanische Königsfamilie ihren Sommerurlaub auf Mallorca verbringt - sondern auch früher schon viele berühmte Persönlichkeiten  die Balearen  besucht haben? Frédéric Chopin und George Sand verbrachten 1838 einige Monate in Vallldemossa, wo die Schriftstellerin das Buch “Ein Winter auf Mallorca” verfasste; die Kaiserin Sissi war mehrmals in Valldemossa, Palma und Menorca; Picasso wohnte eine Weile in Llucalcarai; und der amerikanische Filmschauspieler Michael Douglas besitzt das Gut S’Estaca in Valldemossa und nimmt aktiv am Gemeindeleben teil.

Santa Ponça

… man glaubt, Julio Verne hätte sich von den Coves del Drac oder auch den Coves d’Artà zu seinem Roman “Reise zur Mitte der Erde” inspiriert lassen?


Hafen von Mahón… der Koch von Richelieu, einem Neffen des berühmten Kardinals,  im 18. Jahrhundert auf Menorca eine köstliche Sosse aus Ei und Olivenöl entdeckte, die in Mahón hergestellt wurde? Er nahm sie mit nach Paris, wo sie bald allerseits bekannt und beliebt wurde… Sie haben es sicher schon erraten, es handelt sich um die Mayonnaise, die wir in ihrer französischen Schreibweise übernommen haben. Wollen Sie die Wiege der Mayonnaise besuchen? Hotelangebote in Mahón, der Hauptstadt Menorcas, finden Sie hier.

(wird fortgesetzt)

Text: Ramón Alcaraz

Fotos: Ramón Alcaraz, Maribel Pont, Ivi Acosta


ALHAMBRA BEI NACHT… EIN GANZ BESONDERES ERLEBNIS 3

Posted on September 14, 2009 by dorotea

Alhambra vor dem AlbaycínEin nächtlicher Besuch der Alhambra ist ein ganz besonderes Erlebnis, vor allem wenn Sie die Alhambra schon einmal bei Tageslicht bewundert haben. Was sich tagsüber im gleissenden Sonnenlicht darbietet und mit der Würde der uralten Mauern und wunderschönen Bauten dem schier endlosen Strom von Grüppchen und Gruppen von Touristen siegreich trotzt wie schon so vielen Gefahren, zeigt  in der Dunkelheit ein ganz anderes Gesicht.

Lichter des AlbaycínDie Stimmen und Plaudereien der anderen Besucher, die  am Eingang noch deutlich zu hören sind, verklingen auf dem Weg zum Palast Carlos V.  zwischen dunklen Hecken und Pfaden. Von einigen Stufen, die vom Hauptweg abführen, abgesehen, ist die Beleuchtung ausreichend, aber nicht aufdringlich. Nach allen Seiten tun sich schöne Durchblicke auf, geheimnisvoll und von den Silhouetten der Bäume und Sträucher eingefasst. Im Hintergrund liegt der Stadtteil Albaycín mit seinen glitzernden Lichtern; die grossen Bauten der Alhambra sind angestrahlt und verleiten zu Experimenten mit der Kamera. Nehmen Sie auf jeden Fall ein Stativ mit, denn das Blitzlicht ist nur bei Nahaufnahmen wirksam und Dauerbelichtungen freihand werden - wie Sie sehen - niemals ganz scharf.

Torbogen in dern Alhambra

Der Einlass erfolgt je nach Saison zu verschiedenen Zeiten, auch die Besuchstage  müssen Sie beim Kauf der Eintrittskarten checken. Die Besichtigung ist auf einen Teil der Gärten und die Nazarí-Paläste beschränkt, deren Interieurs hell beleuchtet sind. Es gibt Privatführungen u.a. mit  deutschsprachigen Reiseleitern für Gruppen von bis zu 30 Personen, die aber auch von kleinen Grüppchen oder Einzelpersonen gebucht werden können.

Atemberaubend - wie bei jeder Beleuchtung - wölben sich die zierlichen, mit endlosen Arabesken verzierten Kuppeln; Fensterbögen umrahmen Aus- und Einblicke; die Spiegelbilder im grossen Wasserbecken sind ein bisschen undeutlicher, aber wenn der Vollmond mithilft, wie bei unserem Besuch, kommt zu den gelblichen Lampen noch das weisse Mondlicht hinzu und verdoppelt dieVollmond über der Alhambra Schatten, in denen sich nicht nur die Touristen zu bewegen scheinen, sondern auch frühere Bewohner der Gemächer. Vielleicht sind sie ja erstaunt über diese nächtliche Invasion, die immerhin etwa zwei Stunden andauert.

Schliesslich wird es doch wieder still in der Alhambra, die Gärten liegen verlassen da. Im Sommer übernehmen dann die Zykaden die musikalische Untermalung; im Herbst ist es eher der Wind, der durch Bäume und Hecken fährt und Blätter herumweht. Ein nächtlicher Besuch dieses herrlichen Bauwerks ist vielleicht nicht der beste Weg, um es eingehend kennen zu lernen und all seine Schönheiten zu bewundern. Auf jeden Fall jedoch bringt es Ihnen die Alhambra ganz nahe und Sie werden sich noch lange gerne an dieses Erlebnis erinnern.

Die Alhambra - ein Buch mit vielen Seiten

Wenn Sie nun diesen besonderen Besuch einplanen wollen, benötigen Sie ein Hotel in Granada und finden hier eine reichhaltige Auswahl.


REISEBESCHREIBUNG DER GRÄFIN D’AUNOY VON 1740 0

Posted on Mai 17, 2009 by dorotea

kutscheREISEN IN SPANIEN Ein Sprung und Sie sind da

„…Iberien, ist eines der grösten und mächtigsten Reiche in Europa,das im Norden an Franckreich und im Süden an die sogenannte Strasse „Estrecho de Gibraltar“ grentzet…“

Grösse im Sinne von Wichtigkeit und Macht eines Landes kann sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändern. Andere Daten sind konstant geblieben: der nördliche Nachbar von Spanien ist weiterhin Frankreich und wer bis zur Südspitze reist, der kommt zur Strasse von Gibraltar und kann bei Tarifa, der südlichsten Stadt Europas, den eindrucksvollen Zusammenfluss des Atlantischen Ozeans und des Mittelmeeres und mit etwas Glück oder guter Planung auch Delphine und Wale betrachten.

Felsen von Gibraltar

„Wie ist die Witterung in diesem Lande beschaffen?“fragte die Gräfin D’Aunoy und gab zur Antwort:

Die Lufft ist nehmlich in Spanien sehr warm deswegen die Einwohner im heissen Mittag gemeiniglich schlaffen,und hingegen des Abends um so viel später zu Bette gehen.“

Heiss und heftig: Spaniens Sonne

Daran hat sich im Sommer nicht viel geändert, und wer nach Spanien reist, der sollte in den heissen Mittagsstunden ein Ruhepäuschen einschieben, das er ‚Siesta‘ nennen kann aber nicht muss. Auf jeden Fall wird es jedem gut bekommen, der abends –oder nach deutschen Begriffen eher nachts– mithalten will, bis die letzten Lichter in den Bars verlöschen.

“Ihre Sprache kommt unter allen heutigen Sprachen der Lateinischen am nächsten… Den wenigen Zusatz einiger Wörter haben sie von den Gothen und Mohren, sonderlich aber von den letztern erborgert.”

Eine Schrift wie gemalt

Auch hiermit hat Gräfin D’Aunoy recht: Spanisch ist –abgesehen vom lateinischen Ursprung– mit vielen Wörtern aus dem Arabischen durchsetzt. Die Vorsilben Gua- (Wasser) in Flussnamen (Guadalquivir, Guadalmedina) oder Ben- (Sohn) bei Orten wie Benalmádena, Benaoján usw. machen dies deutlich.


Der Wein ist sehr gut und die Muscateller-Trauben und Feigensind von einer sonderbaren Grösse und köstlichen Geschmack…

"Mit Brot, Käse und Wein, geh' ich jeden Weg" Span.Sprichwort


Dem hat die Gräfin wahrscheinlich tüchtig zugesprochen, denn sie war ja keine Spanierin (…das Frauenzimmer enthält sich dessen gänzlich…). Sicher hat sie Madrid besucht, denn sie kritisierte: „…in allen Winckeln der Stadt Madrit sieht man Garküchen; in welchen man allerhand schlechtes Essen wie Bohnen, Zwiebeln, und ein Bisschen Brühe bekommen kann“. Nun, Madrid hat wirklich mehr Bars, Pubs und Cafeterias als ganz Norwegen, aber die in vielen dieser Lokale –und im ganzen Land– servierten „Tapas“ (kleine Portionen verschiedener Speisen vom luftgetrocknetem Serrano-Schinken bis zu deftigem Eintopf, Kutteln oder Kartoffelomelette ) nennt heute niemand mehr „schlechtes Essen“, sondern sie werden von Einheimischen und Besuchern gleichermassen geschätzt und gepriesen und gehören für den Touristen als angenehme Abrundung zur Spanienreise.

Serrano-Schinken: eine spanische Legende

Die Eindrücke von Gräfin D’Aunoy sind in vieler Hinsicht überraschend aktuell und so manches hat sich in abgewandelter Form bewahrt, z.B. die spanische Höflichkeitsformel, mit der man neue Freunde und Bekannte begrüsst „Bienvenidos en esta, su casa“, was einer Übergabe der Wohnung an den Gast gleichkommt. Die reisende Aristokratin hatte sich damals notiert, dass die Hausherren beim Abschied der Besucher vor diesen aus dem Zimmer gingen und ihnen „gleichsam die Herrschafft über dasselbe und alles was darin befindlich istüberliessen.

Alter Landgasthof

LandgasthofZum Besseren gewendet hat sich hingegen die Lage im Hotelgewerbe. Wenn die Gräfin vor etwa 270 Jahren beschrieb, dass „die Spanier aus Eyfersucht ihrer Weiber wegen, niemanden gerne einlogieren, zwar sind einige Gasthöfe in der Stadt zu finden, die aber nur klein und bald voll seyn, dann ist der heutige Spanienbesucher dieser Sorge enthoben. Das Land bietet eine vorzügliche Infrastruktur an Hotels und anderen Unterbringungsmöglichkeiten, die heutzutage jedem Reisenden auch über das Internet problemlos zugängig sind. Hotels mit Charme, an Stränden, in Städten, auf dem Land, in den Bergen, mit Spa, Sportanlagen und vielen Alternativen arbeiten mit Vermittlern wie www.quierohotel.de zusammen und können (fast) jeden Wunsch erfüllen.

Sie wünschen?

(Quellenangabe: Die Reise-Beschreibung der Gräfin D’Aunoy stammt aus einem Universal-Lexicon von 1743)

dfb, 210409



↑ Top