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Mai 17, 2009 by
dorotea
REISEN IN SPANIEN 
„…Iberien, ist eines der grösten und mächtigsten Reiche in Europa,das im Norden an Franckreich und im Süden an die sogenannte Strasse „Estrecho de Gibraltar“ grentzet…“
Grösse im Sinne von Wichtigkeit und Macht eines Landes kann sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändern. Andere Daten sind konstant geblieben: der nördliche Nachbar von Spanien ist weiterhin Frankreich und wer bis zur Südspitze reist, der kommt zur Strasse von Gibraltar und kann bei Tarifa, der südlichsten Stadt Europas, den eindrucksvollen Zusammenfluss des Atlantischen Ozeans und des Mittelmeeres und mit etwas Glück oder guter Planung auch Delphine und Wale betrachten.

„Wie ist die Witterung in diesem Lande beschaffen?“fragte die Gräfin D’Aunoy und gab zur Antwort:
„Die Lufft ist nehmlich in Spanien sehr warm deswegen die Einwohner im heissen Mittag gemeiniglich schlaffen,und hingegen des Abends um so viel später zu Bette gehen.“

Daran hat sich im Sommer nicht viel geändert, und wer nach Spanien reist, der sollte in den heissen Mittagsstunden ein Ruhepäuschen einschieben, das er ‚Siesta‘ nennen kann aber nicht muss. Auf jeden Fall wird es jedem gut bekommen, der abends –oder nach deutschen Begriffen eher nachts– mithalten will, bis die letzten Lichter in den Bars verlöschen.
“Ihre Sprache kommt unter allen heutigen Sprachen der Lateinischen am nächsten… Den wenigen Zusatz einiger Wörter haben sie von den Gothen und Mohren, sonderlich aber von den letztern erborgert.”

Auch hiermit hat Gräfin D’Aunoy recht: Spanisch ist –abgesehen vom lateinischen Ursprung– mit vielen Wörtern aus dem Arabischen durchsetzt. Die Vorsilben Gua- (Wasser) in Flussnamen (Guadalquivir, Guadalmedina) oder Ben- (Sohn) bei Orten wie Benalmádena, Benaoján usw. machen dies deutlich.
“Der Wein ist sehr gut und die Muscateller-Trauben und Feigensind von einer sonderbaren Grösse und köstlichen Geschmack… “

Dem hat die Gräfin wahrscheinlich tüchtig zugesprochen, denn sie war ja keine Spanierin (…das Frauenzimmer enthält sich dessen gänzlich…). Sicher hat sie Madrid besucht, denn sie kritisierte: „…in allen Winckeln der Stadt Madrit sieht man Garküchen; in welchen man allerhand schlechtes Essen wie Bohnen, Zwiebeln, und ein Bisschen Brühe bekommen kann“. Nun, Madrid hat wirklich mehr Bars, Pubs und Cafeterias als ganz Norwegen, aber die in vielen dieser Lokale –und im ganzen Land– servierten „Tapas“ (kleine Portionen verschiedener Speisen vom luftgetrocknetem Serrano-Schinken bis zu deftigem Eintopf, Kutteln oder Kartoffelomelette ) nennt heute niemand mehr „schlechtes Essen“, sondern sie werden von Einheimischen und Besuchern gleichermassen geschätzt und gepriesen und gehören für den Touristen als angenehme Abrundung zur Spanienreise.

Die Eindrücke von Gräfin D’Aunoy sind in vieler Hinsicht überraschend aktuell und so manches hat sich in abgewandelter Form bewahrt, z.B. die spanische Höflichkeitsformel, mit der man neue Freunde und Bekannte begrüsst „Bienvenidos en esta, su casa“, was einer Übergabe der Wohnung an den Gast gleichkommt. Die reisende Aristokratin hatte sich damals notiert, dass die Hausherren beim Abschied der Besucher vor diesen aus dem Zimmer gingen und ihnen „gleichsam die Herrschafft über dasselbe und alles was darin befindlich ist“ überliessen.

Zum Besseren gewendet hat sich hingegen die Lage im Hotelgewerbe. Wenn die Gräfin vor etwa 270 Jahren beschrieb, dass „die Spanier aus Eyfersucht ihrer Weiber wegen, niemanden gerne einlogieren, zwar sind einige Gasthöfe in der Stadt zu finden, die aber nur klein und bald voll seyn“, dann ist der heutige Spanienbesucher dieser Sorge enthoben. Das Land bietet eine vorzügliche Infrastruktur an Hotels und anderen Unterbringungsmöglichkeiten, die heutzutage jedem Reisenden auch über das Internet problemlos zugängig sind. Hotels mit Charme, an Stränden, in Städten, auf dem Land, in den Bergen, mit Spa, Sportanlagen und vielen Alternativen arbeiten mit Vermittlern wie www.quierohotel.de zusammen und können (fast) jeden Wunsch erfüllen.

(Quellenangabe: Die Reise-Beschreibung der Gräfin D’Aunoy stammt aus einem Universal-Lexicon von 1743)
dfb, 210409