Es gibt ein anderes Granada, durch das der Besucher achtlos schlendert, weil seine ganze Aufmerksamkeit auf das Renaissance-Bauwerk gerichtet ist, mit dem die Katholischen Könige die maurische Pracht zu Grabe trugen. Ja, es gibt noch ein anderes maurisches Granada, nicht nur die Alhambra oder die Gärten des Generalife. Ein alltägliches und doch geheimnisvolles “Garnata”, das sich nicht dem eiligen
Touristen, wohl aber dem aufmerksamen Besucher erschliesst, der es wagt, sich in den steilen, gewundenen Gassen des Albayzín zu verlieren.
Der Besuch sollte beginnen, wo die Touristenführungen enden: am Aussichtspunkt San Cristóbal. Von hier aus, knapp vor der Abenddämmerung, wenn die
Bauten im letzten Sonnenlicht glühen und ihrem Namen “die Rote” alle Ehre machen, kann der Besucher anhand der verschiedenen Umrandungen und Mauerringe verstehen, wie die Stadt gewachsen ist…
Im obersten Teil des Albayzín sieht man die Reste der Befestigung der Alcazaba Cadima aus dem 8. Jahrhundert, in deren neuralgischem Zentrum sich der heutige Platz San Nicolás befand. Jenes erste Ins Garnata wurde im 9. Jahrhundert anlässlich der bald beginnenden Kämpfe zwischen Mauren, Mozarabern und Muladíes zerstört.
Im 11. Jahrhundert wurde sie von der Ziri-Dynastie restauriert und erhielt den Namen Alcazaba Gigida. Ausserhalb der Mauern entstanden verschiedene Stadtteile, die nach Norden den Vorort Albayzín bildeten, dessen Zentrum der Platz Plaza Larga war. In den Häusern um diesen Platz herum und in seiner Umgebung wohnten Handwerker, nach ihren Gremien zusammengefasst. Diese konnten die beste Badeanlage der Stadt nutzen: die Strasse des Wassers (Calle del Agua).
Der Albayzín ist damit die erste Palaststadt. Die Residenz des Ziri-Herrschers befand sich im Palacio del Gallo, der bis vor einigen jahren unter der Bezeichnung Casa de la Lona erhalten blieb.
Hinter dem Albayzín erheben sich majestätisch die vielen Befestigungsringe der Alhambra, die von Al-Ahmar erbaut wurde. Während der letzten Nasriden-Dynastie erlebte El Albayzín seine Blüte und war dicht bevölkert, da die Bewohner der von den Christen zurückeroberten Städte hier Zuflucht suchten. So wurde El Albayzín zu einem zweiten Granada, dessen Überreste noch
heute zu sehen sind: eine grosse Moschee (heutzutage die Salvador-Kirche), Gerichtshof, öffentliche Bäder wie El Bañuelo, der Palast Dar al Horra, der Hof des Hauses in der Gasse Callejón de San Luis, das Hospital oder Maristán und viele andere Gebäude. Jedes Haus, jedes Kloster bewahrt in seinem Interieur Spuren der damaligen Architektur.
Viele verschiedene Tore führen in den Albayzín: Elvira, Los Tableros, Monaita, Los Alfareros, Bibalbonud, Las Pesas… sie zu durchschreiten ist wie der Beginn eines Pilgergangs auf der Suche nach den Schatten ihrer einstigen Bewohner, die sich von ihren geliebten Plätzen und Gärten nicht trennen können.

Lassen Sie sich vom Zauber des Albayzín begeistern und bleiben Sie ein paar Tage in Granada, das neben der Alhambra noch viele andere Schätze birgt. Hotelangebote in Granada finden Sie hier.
Text und Fotos : María Isabel Peral del Valle



März 31st, 2010
dorotea
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Me encanta pero no tengo ni idea del idioma,y los traductores no son todo lo finos que deberian ser
Me mandarías la traducción?
Besos guapa