ZAMORA (1) - AUF DEM WEG NACH ZAMORA 0
Viele Wege führen nach Zamora… wir fuhren über die A6 von Madrid nach A Coruña und sind erst bei Villalpando abgebogen. Die gut ausgebaute Autostrasse verläuft fast schnurgerade durch das Flachland; über ihr spannte sich an diesem Novembertag ein dramatischer Wolkenhimmel. Ver- einzelt tauchen Pinienwäldchen auf oder Gruppen von Nussbäumen, die wie verlorene Schafe beieinander stehen und sich vom Wind eine Einheitsfrisur verpassen lassen.
Die richtigen Schafherden, die hier nach alter Art über Land ziehen, werden von Hirten begleitet, die ihre Utensilien auf den Rücken eines Maultieres geladen haben. Auch sie sind nur von Ebenen und dem tief herunterreichenden Himmel eingerahmt.
Die Dörfer, die dieser Strasse ihre wenigen Kurven aufzwingen, sind rostrot, beige, braun, sienna und ockerfarben. Grösstenteils haben Backsteinfassaden den alther-gebrachten ‘Adobe’-Ziegel ersetzt: ein aus Lehm und Stroh geformtes und an der Sonne getrocknetes Bauelement. Viele der damit erbauten Häuser sind verlassen und ihre Dächer nach innen gesackt. Verzogene Holztüren, winzige Fenster mit hängenden Läden und lange Grasbüschel auf den eingefallenen Giebeln zeigen, welche Familien das Dorf schon vor langem verliessen. Andere ‘Dorfflüchtlinge’ kommen im Sommer zum Jahresfest und schicken Geld, damit das Vaterhaus hergerichtet werden kann.
An den Dorfstrassen sieht man hauptsächlich alte Frauen in dunkler Kleidung, denn immer muss für einen Verwandten Trauer getragen werden, und betagte Männer, die zur Bar gehen oder sich vor einer Hauswand zusammensetzen. Ein paar junge Leute in Arbeitskleidung schaffen in den Ställen und auf den Feldern oder fahren Waren aus. Die Kinder werden morgens vom Schulbus in die Kreisstadt geholt und sind erst nachmittags wieder da.
Schliesslich kommt Zamora näher, eine Stadt, von der es auf Spanisch heisst, dass ihre Entstehung nicht nur eine Stunde in Anspruch genommen hat: “Zamora no se hizo en una hora”. Ehrwürdige Bauten, die Kathedrale, Kirchen, Patrizierhäuser usw. zeugen davon. 
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(wird fortgesetzt)
Fotos: Sergio González Fulde