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FESTE IN SPANIEN (1) - MONTIEL IN CIUDAD REAL 0

Posted on März 10, 2010 by dorotea

Montiel 01Beim Mittelalterfest von Montiel, das 2010 zum 36. Mal veranstaltet wird, verwandelt sich ein düsteres Kapitel der spanischen Geschichte in einen schillernden Bilderbogen der Vergangenheit: es gibt Umzüge, Turniere,  Soldatencamps, Tänze, ein Theaterstück, Falkner, einen Fackelumzug, natürlich einen mittelalterlichen Markt… und vieles mehr.Montiel Fackelumzug

Alles dreht sich dabei um den Jahrestag der Ermordung von Peter I. dem Grausamen. Von ihm weiss man, dass er, 1334 geboren, schon 1350 zum König von Kastilien wurde. Seit Beginn seiner Regierungszeit musste er nahezu ständig mit wechselndem Erfolg um sein Reich Kriege führen und Aufstände des Adels niederschlagen, Er ging dabei mit grosser Grausamkeit gegen alle Feinde seines herrscherlichen Machtanspruches Montiel 02vor. Peter, der die Privilegien des Adels, der Kirche und der Städte beschneiden wollte, sah in seinem Halbbruder Heinrich von Trastamara den Hauptgegner für seine unumschränkte Herrschaft. Nachdem er versucht hatte, dessen Familie aus Rache zu beseitigen, floh Peter nach Frankreich, schloss ein Bündnis mit Edward, dem “Schwarzen Prinzen”, besiegte seinen Rivalen (1367) und gewann den Thron wieder. Heinrich kehrte im gleichen Jahr nach Kastilien zurück und stiess bis in dieMontiel 03 Nähe von Toledo vor. Nach der Niederlage von Montiel am 14. März 1369 wurde Peter während einer nachfolgenden Unterredung von Heinrich eigenhändig niedergestochen. Bis 1371 vernichtete Heinrich die letzten Anhänger Peters in Andalusien und Galicien.

Dieses Jahr findet das Fest vom 19. bis 21. März statt. Sie haben also noch Zeit, einen Abstecher nach Montiel einzuplanen, das auf der Don-Quijote-Route liegt. Sie Montiel 04können übrigens auch in mittelalterlicher Kleidung erscheinen, um perfekt ins Strassenbild zu passen.

Für Hotelangebote in der Provinz Ciudad Real  klicken Sie bitte hier. Nur 15 km sind es zum Ort Villanueva de los Infantes und auch Valdepeñas ist in geringer Entfernung. Wenn Sie an Don Quijote de la Mancha interessiert sind, können Sie hier viele der in diesem Roman erwähnten Ortschaften besuchen.

Text: Peter Krauss

Fotos: Pedro J. Guerra

SPRICHWÖRTLICHES SPANIEN (1) 0

Posted on Juni 14, 2009 by dorotea

Der Volksmund hat vielerlei Sprichwörter und Redewendungen geprägt: ein Grossteil beinhaltet Weisheit, Überlieferung und Erfahrung, Vorurteile und Gemeinplätze; manches ist krass unrichtig, einiges veraltet, aber trotzdem sagen wir immer wieder:

Das kommt mir spanisch vor…

Stierkampf


…im Zusammenhang mit dem Stierkampf wäre diese Bemerkung angebracht, denn der für den Stier tödlich ausgehende Schaukampf ist Spanien und Hispanoamerika vorbehalten. Aber wir sagen diesen Satz ja eher, wenn uns etwas unverständlich vorkommt. So recht volkstümlich ist er auch nicht, denn er geht anscheinend auf die Höflinge von Kaiser Karl V. zurück, der mit dem Titel Carlos I. gleichzeitig König von Spanien war. Als der mit anderen europäischen Ländern verstrittene Monarch am Hofe seine Muttersprache einführte, kam es vielen ’spanisch’ vor, dass sie plötzlich weder die Sprache noch das Protokoll verstanden.

Spaniern (und so manchen anderen Europäern) kommt Unverständliches übrigens chinesisch vor und den Engländern griechisch. Man kann also davon ausgehen, dass viel Unverständnis mit ein bisschen Sprachunterricht zu beseitigen wäre, oder vielleicht doch nicht?

Stolz wie ein Spanier…

Stolz wie ein Spanier...

…ist im Zeitalter der Globalisierung ein veralteter Ausdruck. Im modernen Spanien ist kein Platz für den arroganten Habenichts, den ‘Hidalgo’ aus Lazarillo de Tormes, der den äusseren Schein des Wohlstands um jeden Preis aufrecht erhält und sich wenn es kalt wird in seinen erfundenen oder sogar echten Adelstitel hüllt. Die reisende Gräfin D’Aunoy beschrieb den ’stolzen’ Spanier im 18. Jahrhundert auf diese Weise: Sogar die Bauern halten sich für so edel wie den König; bei einem Bettler muss man sich entschuldigen, wenn man ihm keine Limosen gibt, und: “…sie gehen allemahl in einer Majestätischen Grandezza einher”. Hypothekenbelastet, stressgeplagt und von der Wirtschaftskrise gebeutelt hat der Spanier heutzutage keine Zeit mehr für solchen Firlefanz, und ob er stolz ist oder nicht kommt auf die jeweilige Person an. Er hat ausserdem Sinn für HUMOR und kann auch über sich selber lachen. Etwas Vorsicht ist allerdings bei Scherzen über Don Quijote geboten, denn fast jeder Spanier fühlt Sympathie und Verehrung für den

Ritter von der traurigen Gestalt

Don Quijote und Sancho Panza

Don Quijote ist im spanischen Alltag mit vielerlei Zitaten und Anspielungen präsent. Die Anfangsworte „An einem Ort in La Mancha, an dessen Namen ich mich nicht erinnern will…“ erscheinen abgewandelt und angepasst in Unterhaltungen und Glossen, die für Riesen gehaltenen Windmühlen, die pfiffige Schläue von Sancho Panza, die von Don Quijote gepriesene schöne Dulcinea von Toboso, sind für Spanier so aktuell und gegenwärtig wie für Deutschsprachige Zitate aus Der Glocke. So gibt es zum Beispiel einen jährlichen Wettbewerb für den besten Brief von Dulcinea an Don Quijote oder etliche Don Quijote-Routen durch La Mancha.

Fiesta, Tanz und Gesang Fiesta und Siesta Siestatraum unter blauem Himmel

Die vor Lebensfreude sprudelnden spanischen Fiestas, sei es nun eine Flamenco-Darbietung mit mitreissender Musik und bunten Kleidern oder eine Romería‚ der Umzug am Tag des lokalen Schutzheiligen, sind so gut wie ihr Ruf. Der Klassiker spanischer Romerías ist die in der andalusischen Provinz Huelva zu Pfingsten stattfindende Romería del Rocío.

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Auch ausländische Touristen, die sich dem Rhythmus und Lärmpegel anpassen, kommen voll auf ihre Kosten… nur darf man die Fiesta so wenig mit dem spanischen Alltag gleichsetzen, wie die durch Klima und Arbeitszeiten bedingte Siesta.  Einer kürzlichen Untersuchung zufolge reduziert eine 20minütige Siesta das Risiko von Arbeitsunfällen und erhöht die Leistungsfähigkeit des Arbeiters um 34%. Trotzdem ist die verpöhnte und aus der Sicht des Auslands viel kritisierte Siesta auf dem Rückzug, während sich die Fiesta erfreulicherweise den modernen Zeiten angepasst hat und fortbesteht.




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