ZAMORA (3) - DER SANABRIA-SEE 2
Als wir am späten Vormittag aus Villalpando in Richtung Benavente losfahren, bremst ein dichter Nebel die Geschwindigkeit der Autos viel wirksamer als der farbige Schilderwald, der sich sonst darum bemüht. Langsam heben sich dann die weissen Schwaden aber doch und die Landschaft neben der vorzüglich ausgebauten Autostrasse gibt sich zu erkennen. Die sonst hier Kaninchen
oder Mäuse jagenden Raubvögel - Falken, Bussarde, Milane, u.a. - haben ihr Tagwerk noch nicht beginnen können und warten gelassen auf den Lichtposten oder Meilensteinen, ob das Wetter nun wirklich besser wird. Solange das Auto nicht anhält und niemand aussteigt, halten sie es instinktiv für ungefährlich sitzen zu bleiben.
Nicht zum Sitzen kommen die Pilger des Jakobswegs, die auf dieser Route nach Santiago de Compostela wandern, und mancher würde gerne ein Stück mitfahren, aber unser Auto ist voll besetzt. Die Strasse zum ‘Lago de Sanabria‘ biegt dann wieder vom Pilgerpfad ab und führt hinauf zum einzigen Gletschersee Spaniens. Bei gutem Wetter ist er ein beliebtes Ausflugsziel und in der Saison oft so stark besucht, dass der Parkplatzmangel zum Weiterfahren zwingt und man sich mit den Ausblicken von der Strasse aus begnügen muss.

Diese Aussicht ist allerdings atemberaubend: in einer halben Stunde machen Sie den Sprung von der bügelbrettflachen kastilischen Hochebene in eine Bergwelt
mit dichtem Baumbestand. Am See angekommen hat man das Gefühl weit weg zu sein, in den Alpen oder einem anderen Gebirge. Die Spiegelbilder im Wasser wetteifern mit dem Original: blauer, klarer, zarter… und bei unserem Besuch setzten die Herbstfarben noch besondere Akzente, auch wenn die Sonne schon bald wieder verblasste und wir uns auf die Rückfahrt machen mussten.

In Sanabria und anderen Orten wie Benavente gibt es etliche Hotels, die Sie hier anklicken können.
Fotos : Sergio González Fulde
Am besten man fährt in Richtung Kathedrale und lässt das Auto in einem der Parkhäuser in ihrer Nähe stehen. Das Tourismus-Informationsbüro liegt ziemlich weit oben und gleich daneben führt eine kleine Strasse zum Aussichtspunkt über den 

Am frühen Nachmittag (in Spanien 15h bis 17h) klappt Zamora die Bürgersteige hoch. Kaum ein Passant stört die Stille; nur zwei alte Herren in Gesellschaft eines schweigsamen Dritten haben sich verplaudert und eine kühle Novembersonne leuchtet durch die 

Bei jeder Fahrt durch Spanien sollte auf dem Reiseplan unbedingt
Die
Die beiden Kathedralen der Stadt bilden einen gewaltigen Gebäudekomplex:: die ‘Alte Kathedrale’ (Catedral Vieja) ist ein Juwel der romanischen Baukunst. Von ihrem schön gelegenen ‘Kleinen Hof’ (Patio Chico) aus hat der Besucher einen wunderbaren Ausblick auf den ‘Hahnenturm’ (Torre del Gallo). Der Grundriss der ‘Neuen Kathedrale’ (Catedral Nueva) hat drei Kirchenschiffe und zwei Kapellen. Die Bauarbeiten begannen im 16. Jahrhundert und wurden im 18. Jahrhundert beendet, wobei die Alte Kathedrale erhalten blieb. Ihr Stil mischt Gotik und Barock. Die Hauptfassade ist mit Reliefs und religiösen Statuen verziert.
Die Hausfront der “Casa de las Conchas” ist mit über dreihundert steinernen Muscheln geschmückt, die auf den Jakobsweg verweisen; im ‘Haus der Lilie’ (Casa Lis) ist das Archiv der Guardia Civil untergebracht. Die ‘
Stierzucht und 
Viele Wege führen nach
Die Dörfer, die dieser Strasse ihre wenigen Kurven aufzwingen, sind rostrot, beige, braun, sienna und ockerfarben. Grösstenteils haben Backsteinfassaden den alther-gebrachten ‘Adobe’-Ziegel ersetzt: ein aus Lehm und Stroh geformtes und an der Sonne getrocknetes Bauelement. Viele der damit erbauten Häuser sind verlassen und ihre Dächer nach innen gesackt. Verzogene Holztüren, winzige Fenster mit hängenden Läden und lange Grasbüschel auf den eingefallenen Giebeln zeigen, welche Familien das Dorf schon vor langem verliessen. Andere ‘Dorfflüchtlinge’ kommen im Sommer zum Jahresfest und schicken Geld, damit das Vaterhaus hergerichtet werden kann.
An den Dorfstrassen sieht man hauptsächlich alte Frauen in dunkler Kleidung, denn immer muss für einen Verwandten Trauer getragen werden, und betagte Männer, die zur Bar gehen oder sich vor einer Hauswand zusammensetzen. Ein paar junge Leute in Arbeitskleidung schaffen in den Ställen und auf den Feldern oder fahren Waren aus. Die Kinder werden morgens vom Schulbus in die Kreisstadt geholt und sind erst nachmittags wieder da.